9.30.2011

Wer hat dich so geschlagen,
Mein Heil, und dich mit Plagen
So übel zugericht'?
Du bist ja nicht ein Sünder
Wie wir und unsre Kinder;
Von Missetaten weißt du nicht.

9.25.2011

Dia de Outono - Rilke


Herbsttag

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiel den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird Es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rilke. in Das Buch der Bilder.




Dia de Outono

Senhor: está na altura. O Verão durou tanto tempo.
Estende as tuas sombras sobre os relógios-de-sol,
E liberta nas pradarias os corredores de vento.

Dá à ordem aos frutos teimosos que cresçam;
Concede-lhes ainda uns dois dias de sol meridional,
Convence-os a amadurecer e então encurrala
No vinho pesado aquela doçura que resta.

Quem ainda não tiver casa, não construa agora nenhuma.
Quem ainda estiver sozinho, sozinho há-de ficar,
E há-de velar, de ler, e há-de escrever longas cartas,
E há-de vaguear pelas alamedas sem rumo
Inquieto, enquanto as folhas revolvem o ar.

Tradução minha.